Während andere europäische Kulturnationen über umfassende etymologische Wörterbücher verfügen, fehlt für das Deutsche, einer der quantitativ häufigsten Sprachen der Welt, ein großes wissenschaftliches etymologisches Wörterbuch. Die "Deutsche Wortfeldetymologie in europäischem Kontext" (DWEE) will daher zum einen einen Beitrag leisten, diese Lücke zu schließen. Zum anderen nutzt DWEE für die Beschreibung des Bedeutungswandels Erkenntnisse der heutigen Semantikforschung und fungiert so gleichzeitig für den Bereich Historische Semantik als Prüfstein für neuere kognitiv-semantische Theorien.
Der Wortschatz wird nach Wortfeldern in einem modularen Aufbau erschlossen, der eine Anordnung der Wortfelder um den Menschen in Natur und Kultur in ihrer sprachhistorischen Schichtung vorsieht. Im Zentrum steht das Substantiv als Hauptbegriffswortart. Zentrale Fragen, die das Projekt anhand gewählter aussagekräftiger Wortfelder zu beantworten versucht, sind zum Beispiel:
- Welche Wortfeldschichten gibt es?
- Wie werden Sachverhalte versprachlicht?
- Was ist für einen Sprecher das hervorstechendste Merkmal, nach dem er die Benennung wählt?
- Wofür benötigt man mehrere Wörter mit manchmal nur minimalen Bedeutungsnuancen, wofür reicht ein einziges Wort in allen Lebenslagen?
- Bei welchen Wortfeldern werden eher Lehnwörter gebraucht, bei welchen kaum?
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